Die TOP-Projekte 2026
Die Jury hat aus insgesamt 123 Projekten in mehreren Wahlgängen die besten fünf Projekte in den drei Kategorien Infrastruktur, Service & Kommunikation und Ehrenamt gewählt. Die Erstplatzierten werden am 20. Mai 2026 im Rahmen der Preisverleihung auf dem AGFS-Kongress in Düsseldorf ausgezeichnet. Je Kategorie gibt es ein Siegerprojekt, das mit 5.000 Euro prämiert wird. Es gibt keinen zweiten und dritten Platz. Die Reihenfolge der aufgelisteten TOP-Projekte ist willkürlich und steht in keinem Zusammenhang der Platzierungen der Projekte.
TOP 5 Kategorie Infrastruktur
MoveIN – Radparkhaus Stadthausstraße
An der Stadthausstraße entsteht ein viergeschossiger Neubau mit 17 Mikroapartments für Studierende und Auszubildende sowie einem öffentlich zugänglichen Fahrradparkhaus mit ca. 300 Stellplätzen. Das Projekt verbindet nachhaltigen Wohnraum mit umweltfreundlicher Mobilität, wird im KfW-40-Standard errichtet und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. In Kooperation mit den Stadtwerken Hamm stärkt es Klimaschutz, Radverkehr und die Wohnqualität junger Menschen.
Bodensee-Fahrradstraße Lindau – Premium-Radverkehrsachse
Mit der ausgebauten Strecke setzt Lindau neue Maßstäbe in der qualitativen Radinfrastruktur und bietet mit nahezu durchgängigen 5,5 m breiten Fahrradstraßen mehr Sicherheit und Komfort entlang dieser Hauptachse. Das Projekt verbindet hochwertige Fahrradstraßen, die Aufwertung des Bodenseeradwegs und Mobilitätsstationen zu einer klar priorisierten Radachse. Besonderheit ist die konsequente Bevorrechtigung des Radverkehrs im öffentlichen Raum bei gleichzeitiger Trennung von Fuß- und Radverkehr.
Realexperiment Komfortables Kopfsteinpflaster
Das Realexperiment „Kopfsteinpflasterschleifen“ des NUDAFA-Reallabors untersuchte, wie unebene Kopfsteinpflasterstraßen so abgeschliffen werden können, dass sie fahrradfreundlich
werden, ohne Straßenbild und Versickerungsfähigkeit zu verlieren. Nach einem Test in Berlin am „Priesterweg“ wurde in Eichwalde „Am Graben“ demonstriert, dass mit Diamantfräse und innovativer 3D-Vermessungsmethode auch stark unebene Pflasterdecken abgeschliffen mehr Komfort und Sicherheit für Radfahrende bieten können.
(Blau-Grüne) Fahrradstraße Quellenweg in Oldenburg
Die Umgestaltung des Quellenwegs in Oldenburg verbessert den Komfort und die Sicherheit für Radfahrende zwischen Innenstadt und Universität. Wichtige Maßnahmen sind die Ausweisung als Fahrradstraße, neue Markierungen, die Bevorrechtigung einer Kreuzung, zwei Regenampeln zur direkten Durchfahrt bei Regen. Zudem wurden Parkplätze im Seitenraum angelegt, Staudenbeete gepflanzt und die Entwässerung durch Gräben optimiert. Ziel ist eine sichere, umweltfreundliche und optisch ansprechende Fahrradstraße.
Radwegekontrolleur mit Bike Safety
Der Radwegekontrolleur mit dem Fahrzeug Bike Safety überprüft Reutlingens Radwege regelmäßig aus Sicht der Radfahrenden. Mit einem speziell ausgestatteten, elektrisch betriebenen Fahrzeug werden Gefahren erkannt und viele Mängel sofort behoben. Hinweise aus dem städtischen Schadensmelder fließen direkt in die Einsätze ein. Seit Oktober 2025 ist das Projekt mit neuem Mitarbeiter und modernisiertem Fahrzeug wieder aktiv.
TOP 5 Kategorie Service & Kommunikation
Der Radweg – Planung und Bau mit Kids aus Twistetal
Schülerinnen und Schüler der Grundschule Berndorf begleiten die Entstehung des Radweges zwischen Berndorf und Mühlhausen. Sie lernen die Planung kennen und besuchen regelmäßig die Baustelle. Parallel wird ein Kurzfilm in Form eines Dokudramas gedreht, in dem die Kids als Schauspielende aktiv sind. Der Film erklärt kindgerecht die Entstehung eines Radwegs am Beispiel aus Twistetal. Banner, Plakate und Social-Media- Beiträge machen auf das Projekt aufmerksam.
VelObserver für Schulen
Das Ziel von VelObserver für Schulen ist eine durch die Jugendlichen selbst getestete digitale Sichere Rad- Schulwegkarte, ergänzt durch die Bewertung und Fotodokumentation der Schulwege für die teilnehmenden Schulen. Jugendliche üben in spielerischen Challenges sichere Schulwege ein. Sie lernen Risiken erkennen, stärken ihre Mobilitätskompetenz und wählen sichere Radwege. Das Projekt wurde in Basel und Zürich pilotiert, erfolgreich getestet und hat die Verhaltensänderung messbar aufgezeigt.
Daten für bessere Radwege: Digitales Radverkehrsnetz
In Berlin wurde das Radvorrangnetz erstmals vollständig und innovativ digital erfasst. Durch die intelligente Kombination von OpenStreetMap-Daten (OSM) und 360°‑Kameratechnik sowie die Einbindung der OSM-Community entsteht ein dauerhaft aktualisierbares und kosteneffizientes Geodatensystem. Ein eigens entwickeltes Open-Source-Skript ermöglicht Kommunen eine einfache Übertragbarkeit. Ziel ist eine moderne, datenbasierte Radverkehrsplanung.
Handlungsempfehlung für Sanierungsmaßnahmen an Radwegen mit Wurzeleinwuchs
Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein und der ADFC Schleswig-Holstein haben erstmals bundesweit eine umfassende Handlungsempfehlung zur Sanierung wurzelgeschädigter Radwege entwickelt. Die Publikation vergleicht technische und vegetationstechnische Verfahren, zeigt die Vor- und Nachteile verschiedener Bauweisen auf und bietet Kommunen praxisnahe Lösungen – besonders wertvoll angesichts des Fachkräftemangels. Die Empfehlungen sind einfach umsetzbar, gut übertragbar und sollten bundesweit stärker genutzt werden.
Sicher unterwegs: Unser jährlicher Fahrradcheck zum Saisonstart
Mit dem jährlichen Fahrradcheck bietet die Schwarz Mobility Solutions als Mobilitätsdienstleister der Unternehmen der Schwarz Gruppe seinen Mitarbeitenden einen professionellen Wartungsservice direkt am Arbeitsplatz. Bis zu 70 Räder pro Tag prüft das Unternehmen aus Baden-Württemberg – effizient, sicher und mit hoher Akzeptanz. Das Projekt fördert die Gesundheit, die Sicherheit und die Alltagsradnutzung der Belegschaft und stößt auf große Nachfrage: Die Termine sind jedes Jahr ausgebucht und über 94 Prozent der Mitarbeitenden empfehlen das Angebot weiter. Ein wirkungsvolles Modell für die betriebliche Mobilitätsförderung, das besonders an großen Standorten gut funktioniert.
TOP 5 Kategorie Ehrenamt
Ein DIY-Bikepark auf 13.000 m² urbaner Brache
Der Pumptrack Bremen e.V. setzt sich für eine frei zugängliche Rollsport- und Freizeitanlage in Woltmershausen ein. Durch Crowdfunding, Ehrenamt und echte Jugendbeteiligung entstand auf 13.000 m² ein lebendiger Ort für alle Menschen. Jugendliche planen, bauen, leiten Workshops und Events. 2023 folgte die Nominierung für den Deutschen Nachbarschaftspreis, 2024 die Eröffnung des ersten Bauabschnitts (Dirtpark).
Kinder aufs Rad! Schulstraßen für Köln, NRW und ganz Deutschland!
Schulstraßen sind ein zentraler Baustein für sichere, aktive Schulwege. Das Kidical Mass Aktionsbündnis hat das international erprobte Konzept erstmals in Köln umgesetzt und gab den Impuls für ganz Deutschland. Das ehrenamtliche Engagement überzeugte Politik und Verwaltung auf lokaler wie überregionaler Ebene: Im Herbst 2024 wurden in Köln die ersten temporären Schulstraßen verstetigt. Inzwischen existieren in mehreren Bundesländern Leitfäden und bundesweit über 100 Schulstraßen-Vorhaben.
10 Jahre Engagement: 10.000 Fahrräder für nachhaltige Mobilität!
Seit einem Jahrzehnt ermöglicht GESTA e.V. gesellschaftliche Teilhabe durch Fahrradmobilität. Das Projekt umfasst Fahrradspenden, Reparaturen, einen Lastenradverleih sowie umfangreiche Trainings für Frauen, Kinder und Jugendliche. Gleichzeitig werden arbeitslosen Menschen neue Perspektiven eröffnet. Durch die Vielfalt der Angebote und das starke ehrenamtliche Engagement schafft GESTA e.V. langfristig wirksame Strukturen und macht nachhaltige Mobilität für viele Menschen zugänglich.
Fahrräder für Bedürftige
Das Hamburger Projekt „Fahrräder für Bedürftige“ des Vereins Westwind stärkt seit 2015 die Mobilität von Menschen mit geringem Einkommen. Gespendete Räder werden verkehrssicher aufbereitet und zu Sozialpreisen weitergegeben. Eine mobile Werkstatt besucht regelmäßig Wohnunterkünfte, um Kinder- und Jugendräder direkt vor Ort zu prüfen. Ergänzend bietet der Verein Workshops, Sicherheitstrainings und Ausflüge für Kinder und Jugendliche an. Das langjährig aufgebaute Ehrenamt, die große Wirkung und die über 4.800 übergebenen Räder zeigen den nachhaltigen sozialen Mehrwert des Projekts.
Radfahren in Ostfriesland digital (wieder)entdecken!
Der Verein „Buten na Binnen e.V.“ macht Fahrradfahren für alle Menschen neu erlebbar. Durch die Bereitstellung medizinischer Fahrräder, eines gekoppelten Videosystems mit über 800 Fahrradrouten weltweit und die Möglichkeit, heimatnahe „Wunschrouten“ bereitzustellen, fördert der Verein soziale Teilhabe, Selbstvertrauen und Lebensqualität – und das für Menschen, die nicht (mehr) draußen Fahrrad fahren können. So holt der Verein draußen nach drinnen oder eben „Buten na Binnen“, wie man es in Ostfriesland sagt.















