Preisträger 2021

Am 27. April 2021 fand die digitale Preisverleihung des Deutschen Fahrradpreises statt im Rahmen des Nationalen Radverkehrskongress in Hamburg statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Valeska Homburg und Arndt Breitfeld. Gratulation an alle Gewinner des Jahres 2021!

Kategorie Infrastruktur

Kategorie Service

Kategorie Kommunikation

Die offizielle Begründung der Jury zum Download.

Jurymappe 2021 für den Deutschen Fahrradpreis 2021 auf einen Blick.

Persönlichkeit 2021

Dr. Eckart von Hirschhausen ist die Fahrradfreundlichste Persönlichkeit 2021

Der sympathische Fernsehmoderator, Komiker und Fahrradliebhaber Dr. Eckart von Hirschhausen ist die Fahrradfreundlichste Persönlichkeit 2021. Er ist für zahlreiche Menschen ein Vorbild, zugleich ist er Motivator für eine gesunde Lebensweise, setzt sich für ein besseres Klima ein und steht voll und ganz hinter dem umweltfreundlichen Transportmittel – dem Fahrrad. Er sucht ständig nach neuen Herausforderungen, moderiert Veranstaltungen, startet seine eigene Videokolumne von zu Hause, füllt Hallen mit seinen Touren und hat nebenbei noch Bestseller veröffentlicht.
Hält er das Fahrrad für ein umweltpolitisches Statement, und wie würde er Fahrradmuffel vom Radfahren überzeugen? Lesen Sie selbst …

Interview mit Dr. Eckart von Hirschhausen

Deutscher Fahrradpreis: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Maßnahmen, damit Deutschland ein „Fahrradland“ wird?
Eckart von Hirschhausen: Ein praktisches Vorbild sind die skandinavischen Länder, die mehr Steuern einnehmen, dafür viel in Gesundheit und Bildung investieren – und vor allem in Fahrradwege. Die Einwohner sind viel glücklicher als hierzulande, wo wir mit der Pendlerpauschale belohnen, dass Millionen jeden Tag lange Auto fahren und im Stau stehen, was jeden Tag aufs Neue stresst. Und wir brauchen mehr Diensträder als Dienstautos! Menschen wollen lieber die Abgase von Radfahrern als die von Autos einatmen. Als Arzt vermisse ich bei der ganzen Diskussion die Tatsache, dass Umwelt und Mensch davon profitieren, wenn die gesunde Entscheidung, aus eigener Kraft voranzukommen, die leichtere Entscheidung wird. Lasst uns statt fossiler Energie im Tank doch lieber die Fettpölsterchen von der Hüfte verbrennen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Radweg!

Deutscher Fahrradpreis: Ist das Fahrrad für Sie ein verkehrs- und umweltpolitisches Statement?
Eckart von Hirschhausen: Na klar. Für mein neues Buch „Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben“ habe ich eine Menge recherchiert. Zum Beispiel, wie viel mehr andere Länder in ihre Radwege investieren, und wie gut das allen tut. Je mehr ich mich mit den gesundheitlichen Folgen der Klimakrise beschäftige, desto politischer werde ich. Mobilität ist eben nicht nur eine individuelle Entscheidung, sondern eine gesellschaftliche. Es ist falsch, alle persönliche Kraft auf die Vermeidung von Plastiktüten zu legen, wenn in Deutschland Flüge weiterhin billiger sind als Bahnfahrten. Und wenn Milliarden Subventionen in der Landwirtschaft und in der Energieerzeugung genau die falsche Richtung befeuern. Jeder von uns hat nicht nur einen ökologischen Fußbadruck, sondern auch einen „Handabdruck“, also die Möglichkeit durch politisches Handeln aktiv zu lernen. Wir müssen uns also mit Hand und Fuß wehren, aufrecht auf zwei Beinen und zwei Rädern!

„Wir brauchen mehr Diensträder als Dienstautos!“

Deutscher Fahrradpreis: Wo liegt das größte Frustrationspotenzial für Radfahrende?
Eckart von Hirschhausen: Fahrradfahren in der Stadt ist leider immer noch gefährlich. Und dass man Dreckluft atmet, zu der man nichts beigetragen hat. Wenn man sich auskennt, kann man auf Nebenstraßen und Schleichwegen auch durchkommen, aber Spaß macht es erst „jwd“ – janz weit draußen. Ich habe neuerdings ein „Gravelbike“, was also sowohl auf der Straße sehr gut rollt als aber auch auf holprigen Waldwegen noch dabei ist. Wenn ich unterwegs bin, mache ich oft Schnappschüsse mit meinem Handy und werde mit lustigen Schildern und Momenten belohnt. Neulich war ich in „Lachen“ und am Ortsende war das ja durchgestrichen und ich dachte: „Ach – hier ist also Schluss mit lustig!“

Deutscher Fahrradpreis: Wie empfinden Sie das Miteinander auf der Straße? Auto vs. Fahrrad?
Eckart von Hirschhausen: Leider oft als Gegen- und nicht als Miteinander. Und auch wenn viele das anders sehen – Autofahrer gehören nicht per se einer überlegenen Spezies an. Aber ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich habe nichts gegen Autos, nicht mal etwas gegen SUVs. Vielmehr habe ich für die sogar vollstes Verständnis: Wer auf sehr unwegsamem Gelände wohnt, im Sumpf, in den Bergen oder tief im Wald, der muss bitte auch einen SUV kaufen dürfen. Das kann ich verstehen, wenn man da zwei Tonnen Stahl und die PS von einem Traktor braucht, um voranzukommen. Aber wenn man dann auf öffentlichen Straßen fährt, sollten die genauso schnell fahren dürfen wie ein Traktor. Mit 25 km/h Höchstgeschwindigkeit erledigt sich das Problem dieser übermotorisierten Schüsseln von allein.

Foto- und Fahrradkulturwettbewerb 2021

Motto: Aus Liebe zum Rad

Gewinner der Kategorie Foto 

Herz mit der Aufschrift Liebe an einer Mauer mit einem Fahrrad davor.

1. Platz

Anette Sander
… mit Herz fotografiert.

2. Platz

Alice Wittrock
…gleichberechtigt.

3. Platz

Hendrik Nölle
… hat alles seinen Platz.

Gewinner der Kategorie Fahrradkultur

1. Platz

Michael Glotz-Richter
Das Fahrradmodellquartier Bremen

2. Platz

Lennart Speer
Videoporträt-Serie

3. Platz

Fabian Türk
Biken am Limit im Harz

Impressionen 2021

Fotos der Preisverleihung

Geben Sie bei der Nutzung der Fotos bitte „Deutscher Fahrradpreis/Deckbar” an.