, Berlin/Krefeld
Deutscher Fahrradpreis 2025: Die Jury hat entschieden
Das sind die Top-5-Projekte beim Deutschen Fahrradpreis
Die Top-5-Projekte für den Deutschen Fahrradpreis 2025 stehen fest. Die Fachjury hat aus den insgesamt 81 Bewerbungen jeweils die fünf besten in den Kategorien Infrastruktur, Service & Kommunikation sowie Ehrenamt gewählt.
Diese Projekte haben die 17 Jurymitglieder überzeugt:
Kategorie Infrastruktur
- RR05 – Regensburgs erste Hauptradroute: 9 km entspanntes Radeln (Bayern)
- Umbau der Louise-Schroeder-Straße in Hamburg-Altona (Hamburg)
- Radverkehrsbeschleunigungen an Lichtsignalanlagen (Nordrhein-Westfalen)
- Dein Radschuppen – Fahrradgaragen mit Lastenradverleih für die Anwohner des Bismarckviertels (Nordrhein-Westfalen)
- „Radhaus“: Schülerwohnen und integriertes Fahrradparkhaus in Schorndorf (Baden-Württemberg)
Kategorie Service & Kommunikation
- Verkehrswende in Essen (Nordrhein-Westfalen)
- Verkehrsübungsplätze für Kinder – Spielerisch Radfahren lernen im Veedel (Nordrhein-Westfalen)
- Handreichung Radverkehrskonzepte für kleine Kommunen (Niedersachsen)
- Bike It! – Integration der Radkultur Bremens in das Stadtmarketing (Bremen)
- Der „Werkzeugkasten für ein Rad- Und Nahmobilitätskonzept“ (Mecklenburg-Vorpommern)
Kategorie Ehrenamt
- AKTIONfahrRAD (Nordrhein-Westfalen)
- Kinder aufs Rad! Schulstrassen für Köln, NRW und ganz Deutschland! (Nordrhein-Westfalen)
- Westwind Hamburg – Westwindchen und Fahrräder für Bedürftige (Hamburg)
- Rückenwind e.V. (Berlin)
- ADFC-Sternfahrt Berlin (Berlin)
Preisverleihung und Preisgeld
Die Gewinner werden auf der Preisverleihung auf dem Nationalen Radverkehrskongress in Berlin ausgezeichnet. Auf sie warten Preisgelder von insgesamt 15.000 Euro.
Christine Fuchs, Vorstand der AGFS NRW: „Ich bin - wie jedes Jahr - beeindruckt von den zahlreichen und vielfältigen Bewerbungen, die für viele Kommunen als Blaupause dienen können. Die Auswahl der Jury zeigt mit sehr unterschiedlichen und teilweise interdisziplinären Ansätzen, dass der Nutzen vieler Maßnahmen weit über die Förderung Radverkehrs hinausgeht.“
Der Deutsche Fahrradpreis
Der Deutsche Fahrradpreis ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr sowie der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. Der Wettbewerb wird vom Zweirad-Industrie-Verband e.V. und dem Verbund Service und Fahrrad e.V. unterstützt.
Hintergrundinformationen zu den Projekten
Top-5 der Kategorie Infrastruktur
RR05 – Regensburgs erste Hauptradroute: 9 km entspanntes Radeln
Die erste von 17 geplanten Hauptradrouten wurde im Oktober 2024 eingeweiht. Die Führung abseits von Hauptverkehrsstraßen – u.a. durch selbstständige Wege und Fahrradstraßen – führt zu einer gleichzeitig sicheren wie attraktiven Verbindung. Herausragende Einzelmaßnahmen sind die Donauquerung nach Sinzing im Westen und die Unterführung der Kumpfmühler Brücke. Sichtbar wird die rr05 durch rund 60 Bodenpiktogramme und zwei Info-Stelen an den Startpunkten.
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Umbau der Louise-Schroeder-Straße in Hamburg-Altona
Drei Meter breite, baulich getrennte Radverkehrsanlagen, komfortable Gehwege, 73 Baumpflanzungen und extensiv bewirtschaftete Grünflächen, die auch der Versickerung von Regenwasser dienen, zeichnen die Louise-Schroeder-Straße seit dem Straßenumbau 2023/2024 aus. Die ehemals dreispurige Einbahnstraße mit angrenzenden Parkständen wurde im Sinne der Mobilitätswende sowie einer klimaangepassten Infrastruktur neu strukturiert und stellt nunmehr eine attraktive Radverkehrs-verbindung dar.
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Radverkehrsbeschleunigungen an Lichtsignalanlagen
Das Radverkehrskonzept der Stadt Dortmund sieht vor, den Radverkehr auf den geplanten Velorouten und dem Radschnellweg Ruhr in Knotenpunkten weitgehend zu bevorrechtigen. Insbesondere auf diesen Routen können durch neue Signalprogramme und erweiterte Sensorik an Lichtsignalanlagen Radverkehrsströme frühzeitig erfasst und beschleunigt werden. Grünphasen werden mithilfe der Technik verlängert und Wartezeiten durch automatische Frühanforderung verringert.
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Dein Radschuppen – Fahrradgaragen mit Lastenradverleih für die Anwohner des Bismarckviertels
Dein Radschuppen in Oberhausen besteht aus 180 modernen Fahrradboxen und sechs E-Leihlastenrädern für die Anwohner:innen im dicht bebauten Bismarckviertel. Jede Fahrradbox ist mit Ladepunkten für E-Bikes ausgestattet. Die Anlagen sind wettergeschützt und haben Sitzbänke sowie begrünte Dächer, die das Mikroklima verbessern. Eine digitale Buchungsplattform ermöglicht eine einfache Nutzung. Das Projekt erleichtert den Umstieg auf das Fahrrad, fördert nachhaltige Mobilität und reduziert CO2-Emissionen.
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„Radhaus“: Schülerwohnen und integriertes Fahrradparkhaus in Schorndorf
Zentral in der Innenstadt von Schorndorf (40.000 EW) hat der Rems-MurrKreis (440.000 EW, Region Stuttgart) in Bahnhofsnähe ein multifunktionales Schülerwohnheim in klimafreundlicher Holzmodulbauweise mit öffentlichem Fahrradparkhaus (146 Fahrradabstellplätze, inkl. E-Bike-Boxen) geschaffen. Durch vernetztes Denken und kooperatives Handeln wurden mehrere akute Herausforderungen angegangen: gute Bildungschancen für alle, bezahlbarer Wohnraum, vernetzte und nachhaltige Mobilität sowie Klimaschutz.
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Top-5 der Kategorie Service & Kommunikation
Verkehrswende in Essen
Schüler:innen an sechs Essener Schulen haben im Rahmen projektbasierten Arbeitens mit der senseBox:bike, einem am Fahrrad zu montierendem Toolkit, ortsbasierte Daten zur Radverkehrssituation wie Überholabstände, Erschütterungen auf Radwegen sowie Geschwindigkeiten auf ihren alltäglichen Radrouten erhoben. So konnten evidenzbasiert Aussagen über Gefahrenstellen getroffen werden.
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BIKE IT! – Integration der Radkultur Bremens in das Stadtmarketing
BIKE IT! stärkt den Spaß am Radfahren und bindet Radkultur in das bremische Selbstverständnis und als Standortfaktor in das Stadtmarketing ein. Das Projekt steigert mit neu entwickelten Veranstaltungen sowie alltagstauglichen Serviceangeboten für alle Zielgruppen die Lust am Radfahren und zeigt die Bedeutung auf, die der Radverkehr für die urbanen Lebens- und Aufenthaltsqualitäten hat.
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Handreichung Radverkehrskonzepte für kleine Kommunen
Ein Radverkehrskonzept ist Grundlage für eine fahrradfreundliche Verkehrsplanung. Es dient der Förderung des Radverkehrs vor Ort und ist oft Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln., dient Die Handreichung Radverkehrskonzepte dient als frei verfügbare Grundlage, damit auch kleine Kommunen mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen ein Radverkehrskonzept erstellen können
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Der „Werkzeugkasten für ein Rad- und Nahmobilitätskonzept“
Der „Werkzeugkasten für ein Rad- und Nahmobilitätskonzept“ befähigt Nicht-Fachleute in Gemeinden, Radverkehrskonzepte eigenständig zu erarbeiten. Erfolgreiche Pilotprojekte in sechs Kommunen Mecklenburg-Vorpommerns zeigen die Praxistauglichkeit. Eine Innovation ist KONRAD, ein KI-Assistent, der bei der Texterstellung unterstützt. Der Werkzeugkasten beinhaltet Fachwissen, Methoden und führt Schritt für Schritt durch die Konzepterarbeitung.
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Verkehrsübungsplätze für Kinder – Spielerisch Radfahren Lernen im Veedel
Auf drei Verkehrsübungsplätzen im zentralen Kölner Stadtgebiet können Kinder spielerisch und sicher das Radfahren üben und den Umgang mit Verkehrsregeln lernen. Dank der direkten Lage in der Nähe von Kitas und Schulen entfallen lange Wege. Das Angebot richtet sich zwar vornehmlich an Kinder, ist aber offen für alle Altersgruppen.
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Top-5 der Kategorie Ehrenamt
Kinder aufs Rad! Schulstraßen für Köln, NRW und ganz Deutschland!
Schulstraßen fördern die sichere, aktive Mobilität von Kindern auf dem Schulweg. Kidical Mass hat das Konzept in Köln und ganz Deutschland erlebbar gemacht. Das ehrenamtliche Engagement überzeugte lokale und überregionale Entscheidungsträger*innen in Politik und Verwaltung: Im Herbst 2024 wurden die ersten temporären Schulstraßen Deutschlands in Köln verstetigt.
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Rückenwind e.V.
Der Rückenwind e.V. betreibt eine Fahrradwerkstatt in Berlin-Neukölln, in der gespendete Räder repariert und an Geflüchtete weitergegeben werden. Die Werkstatt ist ein Ort des interkulturellen Austauschs, an dem Ehrenamtliche aus aller Welt zusammenarbeiten. Der Verein engagiert sich für eine nachhaltige Mobilitätswende und das Recht auf Reparatur.
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AKTIONfahrRAD
Der einzigartige Ansatz der Initiative ist die Vernetzung von Schule, Wirtschaft, Wissenschaft, Institutionen und Politik. Schulen und Lehrer*innen werden durch Weiterbildung und zur Verfügung gestellte Fahrräder unterstützt und der Austausch engagierter Lehrer*innen wird durch Konferenzen und das Netzwerk gefördert.
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Westwind Hamburg – Westwindchen & Fahrräder für Bedürftige
Kern von Westwind Hamburg ist eine Werkstatt. Fahrradmobilität sollte für alle zugänglich und erschwinglich sein. Daher werden bei diesem Projekt jährlich rund 400 gebrauchte Spendenräder von Ehrenamtlichen aus aller Welt verkehrssicher instandgesetzt. Anschließend werden die Räder zu Sozialpreisen an Bedürftige verkauft. Für Kinder und Jugendliche werden Ausfahrten und Werkstattworkshops angeboten. Darüber hinaus betreibt Westwind Hamburg eine mobile Werkstatt.
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ADFC-Sternfahrt Berlin
Die Sternfahrt macht für einen Tag erlebbar, wie wir uns Verkehrswende vorstellen: Fahrradfahren ist für alle bequem, komfortabel und sicher – und es macht Spaß. Wir setzen uns dafür ein, dass in Berlin jeden Tag, 365 Tage im Jahr, angstfreies Radfahren möglich wird.
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Informationen zur Jury
Die Jurymitglieder des Deutschen Fahrradpreises betrachten Radverkehrsförderung aus unterschiedlichen Perspektiven. Zu ihnen zählen Vertreterinnen und Vertreter der Fahrradindustrie, der Verkehrsplanung, aus Verbänden, Ministerien, der Tourismusbranche und der Kommunikation. Details zu den Jurymitgliedern finden Sie unter: https://www.der-deutsche-fahrradpreis.de/der-preis/jury/
