Fahrradfreundlichste Persönlichkeit 2020

MICHAEL KESSLER

„Mein Rad ist jeden Tag im Einsatz.“

Der Schauspieler Michael Kessler, unter anderem bekannt geworden durch die Sendungen „Switch“ und „Kessler ist …“, erhält die Auszeichnung Fahrradfreundlichste Persönlichkeit 2020. Den passionierten Alltagsradler hält weder Regen noch Schneefall vom Fahrradfahren ab. Ob zur Arbeit, zu Geschäftsterminen oder zum Einkaufen, das Rad ist bei ihm immer die erste Wahl.  

Kessler ist als Schauspieler das erste Mal 1991 im Kultfilm „Manta, Manta“ zu sehen. Im Jahr 2010 folgt seine Reise-Sendung "Kesslers Expedition" im Fernsehen des rbb. Dort fährt er mit dem Klapprad von Kopenhagen nach Berlin sowie mit dem Postrad über die Alpen. „Das Rad ist einfach das tollste Fortbewegungsmittel und ein absoluter Genuss“, so Kessler. Sein Reisetipp für Familien, die mit dem Fahrrad verreisen wollen – der Osten Deutschlands. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut und Hotels und Gastronomen haben sich auf Fahrradgäste eingestellt.

Der 52-jährige auf die Frage, was ihm beim Fahrradfahren schon oft geholfen hat: „Ein Navi ist schön und gut, aber wenn ich kein Netz habe, freue ich mich über gut gewartete Fahrradwegweisung und eine klassische und exakte Karte.“ Michael Kessler nimmt den Preis am 27. Februar 2020 auf der Preisverleihung des Deutschen Fahrradpreises in der Messe Essen persönlich entgegen.

Interview mit Michael Kessler

Was für ein Fahrradtyp sind Sie?

Ich bin ein absolut passionierter Alltagsradler! Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit, zu Geschäftsterminen, zum Einkaufen oder zum Arzt.
Ich bin kein Hobbyfahrer, denn seit ich Fahrradfahren kann, mache ich eigentlich alles mit dem Fahrrad, egal ob Sommer, Winter oder Regen. Ich zieh dann eine Regenjacke oder Regenhose an. Ich radel auch auf Schnee. Ich bin da hartgesotten!

Helmträger?

JAIN, ich habe mir gerade einen neuen Helm geholt, aber ich trage ihn nicht permanent. Ich fahre seit meinem 6. Lebensjahr Fahrrad und bin natürlich auch schon mal runtergeflogen - Gott sei Dank ist bisher nichts passiert. Ich müsste ihn viel öfter tragen!

Welches Fahrradmodell besitzen Sie?

Ich habe ein ganz normales Herren-Tourenrad. Das Fahrrad ist für mich ein praktischer Alltagsgegenstand mit Gepäckträger, Licht und Schutzblech.

Letzte Fahrradfahrt?

Permanent, das Rad ist jeden Tag im Einsatz.

Im Oktober haben Sie auf dem Nationalen Radtourismus-Kongress von Ihren Expeditionen mit dem Rad erzählt – Nennen Sie uns einen prägenden Moment?

Mit der eigenen Willenskraft ist alles möglich, denn Radtouren sind auch unheimlich viel Kopfsache. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es bis zum Stilfser Joch (2.757m) schaffe. Das war reine Willenskraft! Ich habe auch nicht speziell dafür trainiert. Der Moment ist unbeschreiblich, dieser Stolz, wenn man sein Ziel erreicht.

Was fasziniert Sie am Radfahren?

Fahrradfahren ist ein Genuss! Ich liebe das Umschauen, Riechen, Hören, Wahrnehmen und das Sehen und wir bewegen uns noch dabei. Es ist einfach das tollste Fortbewegungsmittel!

Wenn Sie an die Radtouren zurückdenken, gehört Minimalismus dazu - was brauchen Sie unbedingt, und worauf können Sie verzichten?

Die Trinkflasche ist das A und O. Einmal durfte ich auch einen Powerdrink probieren, aber ich bin eher konservativ, mir reicht ein stilles Wasser! Verzichten könnte ich letztendlich auf diese hässliche gepolsterte Radlerhose.

Inwiefern ist die Motivation für einen privaten Familienurlaub mit dem Fahrrad durch die Expeditionen gestiegen oder gesunken?

Eindeutig gestiegen! Für Kinder sind Ausflüge mit dem Fahrrad optimal, sie haben Bewegung, sind an der frischen Luft und powern sich aus. Auf einer Expedition habe ich eine Mutter mit ihrem 8-jährigen Sohn getroffen, die sind am Tag ca. 70km geradelt. Beeindruckend, oder?

Welches Land würden Sie gerne mit dem Rad bereisen?

Ich kann jedem nur raten, sich mal Richtung Ostdeutschland aufzumachen, dort gibt es tolle Landschaften und Städte. Neben Ruhe und Entspannung ist es relativ günstig mit der Familie dort Urlaub zu machen. Die Infrastruktur wurde ausgebaut und die Hotels sowie Gastronomen haben sich auf Fahrradgäste eingestellt.  

Was bringt Sie so richtig auf die Palme beim Radfahren und bei welchen Straßenszenen hilft nur noch Ihr Humor?

Ich bin ja viel in Berlin unterwegs, dort herrscht teilweise ein sehr rauer Ton auf dem Radweg. Aber egal, wo wir radeln - viele Situationen sind gar nicht lustig: man wird geschnitten, Autotüren werden plötzlich geöffnet oder Sicherheitsabstände werden nicht eingehalten. Wenn mir sowas passiert werde ich auch sauer, ich weise auch mal den anderen Verkehrsteilnehmer darauf hin. Wir Fahrradfahrer müssen immer noch kämpfen. Vieles ist schon besser geworden, aber es gibt noch Luft nach oben.  Aber auch wir Radler müssen uns an die eigene Nase greifen: Ohne Licht zu fahren, rote Ampeln und Verkehrsregeln zu missachten ist lebensgefährlich für uns und andere!

Der Deutsche Fahrradpreis zeichnet vorbildliche Projekte der Radverkehrsförderung in den Kategorien Infrastruktur, Service und Kommunikation aus – können Sie uns spontan ein Vorzeigeprojekte nennen?

Ein Navi ist schön und gut, aber wenn ich kein Netz habe, freue ich mich über gut gewartete Fahrradwegweisung und eine klassische und exakte Karte.

Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf?

Die Deutsche Bahn kann beim Thema Fahrrad noch aufrüsten. Ein bisschen mehr Platz für die Radler wäre toll!

Kennen Sie einen guten Fahrradwitz?

Oh, da bin ich ganz schlecht. Ich kann mir keine Witze merken.

Im Fernsehformat „Kessler ist“ schlüpfen Sie in unterschiedliche Rollen berühmter Persönlichkeiten, welche Charaktereigenschaft hätten Sie gerne?

Manchmal würde mir noch ein bisschen mehr Geduld oder Ruhe guttun. Aber da hilft eben auch immer ein kleine Runde mit dem geliebten Drahtesel.

⇒ Weitere Infos zu Michael Kessler finden Sie unter www.michaelkessler.tv.

⇒ Weitere Infos zu den Preisträgern der vergangenen Jahre finden Sie hier.

Johanna Zehetmair
Robin  Schmidt
Svenja Schrade
Svenja Schrade